Kapitel 0.1

Claude Code — die Tour

Was es ist · wie man es bedient · wo alles liegt

Inhalt

Grundlagen

Was Claude Code ist

Ein Terminal-Programm, das dieselbe LLM einbindet wie ein Web-Chat — aber auf eurer Maschine läuft.

  1. Ein- und Ausgabe im Terminal, nicht im Browser.
  2. Zugriff auf alle Dateien im aktuellen Projektverzeichnis.
  3. Führt Systembefehle aus — generisch alles, was auch eure Shell kann: git, ls, grep, mvn (wie das technisch abläuft: Modul 1).
  4. Liest eine eigene Projektstruktur: CLAUDE.md, .claude/ (Kapitel 5, Modul 2).
eure Maschine
User
Claude CodeEin-/Ausgabe im Terminal
greift zu auf
Projektdateien
Systembefehle: git · ls · grep · mvn
CLAUDE.md · .claude/
Cloud
das Modell
Prozess Mensch Zone
Die Werkzeuge sind generisch: kein Git-Adapter — Claude Code ruft git auf, so wie ihr.
Nicht integriert, sondern ausgeführt.

Die Konsole

claude startet eine interaktive Session; ihr tippt Prompts, Claude Code schlägt Aktionen vor und fragt vor Eingriffen nach.

$ claude
> add a failing test for cancelling an already-cancelled booking
   I'll create BookingCancelTest and run it…
   Allow Edit to BookingCancelTest.java?  [y] yes  [n] no  [a] always
   opus-4.8 · ~/seminar-api · main · 24% context
Interaktiv ist der Default.
Für Skripte/CI: claude -p "…" (--print) — einmalige Ausgabe, keine Session.
checked am 2026-07-25 gegen claude --help

Wo Claude Code läuft

Dasselbe Werkzeug, vier Oberflächen — die Arbeitsweise bleibt gleich, nur die Bedienung sieht anders aus.

ein Werkzeug
Claude Codedieselbe Arbeitsweise
Terminal (CLI)
der Referenzfall: claude im Projektverzeichnis — hier arbeitet der Kurs
IDE-Erweiterung
VS Code und JetBrains: Diffs inline, Auswahl als Kontext (/ide)
Desktop-App
eigenes Fenster, mehrere Sitzungen nebeneinander
Browser
Sitzungen über claude.ai, ohne lokale Installation
blau: die Oberfläche, in der dieser Kurs arbeitet
Der Kurs arbeitet durchgehend im Terminal: dort ist am besten sichtbar, was passiert — welche Datei gelesen, welcher Befehl ausgeführt, welche Freigabe erteilt wird.
checked am 2026-07-25 gegen code.claude.com/docs/platforms

Praxisteil: die erste Session

Ab hier läuft eine eigene Session mit.
Der erste Auftrag prüft zugleich, ob die Werkzeugkette für die nächsten drei Tage steht.

  1. Wegwerf-Verzeichnis anlegen und hineinwechseln.
  2. claude starten — beim ersten Aufruf folgt die Anmeldung, danach die Workspace-Trust-Abfrage zum Verzeichnis.
  3. Die beiden Prompts rechts absetzen. Claude Code führt dafür Befehle aus und fragt vorher um Freigabe.
  4. Antworten vergleichen: Was davon hat das Werkzeug nachgesehen — und was angenommen?
  5. Session offen lassen — die folgenden Folien bauen darauf auf.
# Wegwerf-Verzeichnis, nicht das Kursprojekt
mkdir -p ~/kurs/spielwiese && cd ~/kurs/spielwiese
claude
1 · WerkzeugkettePrüfe, ob git, java und maven auf diesem Rechner verfügbar sind, und nenne mir jeweils die Version. Benötigt werden Java 21+ und Maven 3.9+. Sag mir klar, was fehlt oder zu alt ist.
2 · und die GegenprobeWelche Claude-Code-Version ist hier installiert — und ist sie aktuell?
Das Kursprojekt wird hier noch nicht angelegt — das geschieht in Übung 1, und das Verzeichnis muss dafür leer sein.

Die Statusleiste konfigurieren

Die Statusleiste unten läuft ein eigenes Skript und zeigt, was ihr wollt — Modell, Verzeichnis, Git-Branch, Context-Auslastung, Kosten.

  1. Am einfachsten: /statusline mit einer Beschreibung — Claude Code erzeugt das Skript und trägt es in die Settings ein.
  2. Manuell: ein statusLine-Feld in den Settings, type: "command", das ein Skript aufruft.
  3. Das Skript bekommt Session-Daten als JSON auf stdin und druckt die Zeile.
  4. Pro Projekt übersteuerbar: dieselbe Angabe in .claude/settings.json im Projekt sticht die persönliche aus ~/.claude/.
// ~/.claude/settings.json — persönlich, überall
"statusLine": {
  "type": "command",
  "command": "~/.claude/statusline.sh"
}

// <projekt>/.claude/settings.json — sticht die persönliche
"statusLine": { "type": "command",
  "command": "echo \\"KURS · $(git branch --show-current)\\"" }

# oder per Assistent:
/statusline show model and context %
checked am 2026-07-25 gegen code.claude.com/docs/statusline

Bedienung

Slash-Commands

Mit / steuert ihr die Session selbst (nicht die Aufgabe): Kontext, Modell, Konfiguration, Status.

/help Hilfe & alle Befehle /clear neue Session, Kontext leeren
/compactKontext zusammenfassen/modelModell wechseln
/configEinstellungen (alias /settings)/permissionsFreigabe-Regeln setzen
/mcpMCP-Server verwalten/statusSession-Status
/memoryCLAUDE.md bearbeiten/usageKosten (alias /cost)
/initCLAUDE.md anlegen/doctorInstallations-Check
/contextKontext-Auslastung als Raster/rewindCode & Verlauf zurücksetzen
checked am 2026-07-25 gegen code.claude.com/docs/commands

Die Befehle für den Alltag

Wenige Befehle tragen den Alltag — vor allem die für die Kontext-Hygiene.

  1. /clear — frische Session, wenn ihr die Aufgabe wechselt. Neu anfangen ist ein Werkzeug, kein Scheitern.
  2. /compact — eine lange Session kürzen, ohne alles zu verlieren. Gegen „Context Rot" (Modul 3).
  3. /model — Modell für die Aufgabe wählen (schnell vs. gründlich).
  4. /permissions — Freigabe-Regeln setzen, statt jede Aktion einzeln zu bestätigen (Modul 4: Approval Fatigue).
Session fortsetzen ohne alles neu zu tippen: claude -c (--continue) oder claude -r (--resume).
checked am 2026-07-25 gegen claude --help

Die Eingabezeile kann mehr als Text

Vier Zeichen am Zeilenanfang und drei Tasten decken die tägliche Bedienung ab — das spart mehr Zeit als jede Einstellung.

/ Befehle & Skills (Auswahlliste) Esc unterbrechen (Arbeit bleibt erhalten)
@Datei nennen, mit Pfad-VervollständigungEsc Escbei leerer Zeile: Rückspul-Menü
!Shell-Modus: Befehl ausführen, Ausgabe fließt einShift+TabFreigabe-Modus durchschalten
?Kürzel-Hilfe ein-/ausblendenCtrl+OTranskript: Werkzeug-Aufrufe im Detail
Mehrzeilig tippen: \ + Enter (überall) oder Ctrl+J.
Bild aus der Zwischenablage: Ctrl+V (unter WSL Alt+V).
checked am 2026-07-25 gegen code.claude.com/docs/interactive-mode · vollständige Liste mit ?

Tastenkürzel der zweiten Reihe

Vier Kürzel für die Eingabe, vier für die Session.
Keines davon ist Pflicht — aber jedes spart einen Umweg, den man sonst täglich geht.

Eingabe verwalten Session steuern
Ctrl+GPrompt im $EDITOR schreibenCtrl+TAufgabenliste ein-/ausblenden
Ctrl+SPrompt beiseitelegen und später zurückholenAlt+PModell wechseln
Ctrl+Shift+_Eingabe rückgängigAlt+OFast Mode umschalten
/btwZwischenfrage, ohne den laufenden Auftrag zu störenCtrl+ZSession in den Hintergrund — fg holt sie zurück
Ctrl+G ist das wichtigste davon: Lange, strukturierte Prompts schreibt man im Editor, nicht in einer Terminalzeile — und genau solche Prompts baut Modul 3.
Eigene Belegung über /keybindings.
checked am 2026-07-27 gegen CLI 2.1.220 (Kürzel-Hilfe ?)

Wenn es in die falsche Richtung läuft

Ein Agent, der falsch abbiegt, ist normal — entscheidend ist, wie schnell ihr anhaltet und wie sauber ihr zurückkommt.

Esc
mitten im Zug
die bisherige Arbeit bleibt — sofort nachsteuern
/rewind · Esc Esc
auf einen früheren Punkt
wahlweise Verlauf, Dateien oder beides
/clear
die ganze Sitzung
billiger als Nachbessern, wenn die Richtung ganz falsch war
häufig committen
über Tage hinweg — Git
das eigentliche Netz — Rückspulen endet mit der Sitzung
die Breite ist die Reichweite: wie weit zurück ihr kommt
Früh unterbrechen ist keine Ungeduld, sondern Kostenkontrolle: jeder falsche Schritt liegt danach im Kontext und beeinflusst alles Weitere.
checked am 2026-07-25 gegen code.claude.com/docs/checkpointing

Der Aufruf — CLI & Flags

Vor der Session steht der Kommandozeilen-Aufruf: ein paar Flags decken fast alles ab.

  1. claude — interaktive Session; -p/--print — einmalige Ausgabe (Skript/CI).
  2. -c/--continue, -r/--resume — letzte bzw. gewählte Session fortsetzen.
  3. --model, --add-dir, --permission-mode, --agent.
  4. Unterbefehle: claude mcp, plugin, agents, doctor, update.
# Session starten / fortsetzen
claude
claude -c # letzte fortsetzen

# nicht-interaktiv (Skript)
claude -p "summarize the diff"

# Werkzeuge verwalten
claude mcp list · claude doctor
checked am 2026-07-25 gegen claude --help

Wo welcher Agent läuft

Zwei Familien, zwei Ansichten: was in eurer Sitzung läuft, und was eine eigene Sitzung ist.

In eurer Sitzung /tasks Was es tut Kontext beim Start
SubagentClaude delegiert eine Teilaufgabefrisch, nur der Auftrag
/subtaskdelegiert und wartet auf das Ergebniserbt die Unterhaltung
/loopwiederholt einen Prompt im Takteure Sitzung
/goalarbeitet weiter, bis eine Bedingung erfüllt isteure Sitzung
Eigene Sitzung claude agentsWas es tutEure Sitzung
/bg (/background)schiebt die laufende Sitzung weggebt ihr ab
/forkKopie der Unterhaltung im Hintergrundläuft weiter
/branchverzweigt die Unterhaltung an dieser Stelleihr wechselt hinüber
/batchzerlegt eine Großänderung, je Einheit ein Pull Requestläuft weiter
claude --bgstartet eine neue Sitzung, abgekoppeltunberührt
Nur die untere Gruppe überlebt das Terminal.
Zeitgesteuert statt ereignisgesteuert: /schedule — das läuft entfernt, Modul 4.
checked am 2026-07-27 gegen CLI 2.1.220

Praxisbeispiel: ein Hintergrund-Agent

Ein Auftrag, der ohne offenes Fenster weiterläuft — abgesetzt aus der Sitzung, die gerade vor euch steht.

  1. Task — eine Arbeitseinheit der laufenden Sitzung. /tasks oder Ctrl+T zeigt die Liste.
  2. Subagent (/subtask) — Teilaufgabe in eigenem Kontext, erbt die Unterhaltung. Ihr wartet, zurück kommt nur das Ergebnis.
  3. /fork dupliziert — erbt die Unterhaltung, blockiert nicht: die Kopie läuft ab, ihr arbeitet hier weiter.
  4. /bg verschiebtdiese Sitzung geht in den Hintergrund und gibt das Terminal frei.
  5. claude --bg startet frisch — neue Sitzung, nur euer Auftrag, keine Vorgeschichte.
# in der laufenden Sitzung — sie wandert in den Hintergrund
/bg Prüfe den Docker-Zustand: läuft der Daemon, wie viel
    Platz belegen Images und Volumes, sind unter 10 GB frei?
    Liste ungenutzte Images auf und schlage vor, welche
    entfernt werden können.
    Nichts löschen — nur berichten.

# nachsehen, was läuft
/tasks oder von außen: claude agents

# Variante ohne offene Sitzung: startet eine NEUE,
# ohne Vorgeschichte
claude --bg "…derselbe Auftrag…"
Der letzte Satz ist der wichtigste: berichten statt aufräumen.
Ein Agent, der unbeaufsichtigt löscht, ist genau der Fall, für den Modul 9 den Blast Radius einführt.
checked am 2026-07-27 gegen CLI 2.1.220 (/background mit Alias /bg, argumentHint [prompt])

Praxisbeispiel: ein Überwachungslauf

Dasselbe Ziel, vier Wege — und drei davon kosten bei jedem Durchlauf Tokens.

Wegläuft inTokens je Runde
/loopeurer Sitzungja — und der Kontext wächst mit
/bgeigener Sitzungja, in deren Kontext
claude --bg je Laufneuer Sitzungja, aber ohne Altlast
Monitoreurer Sitzungnur wenn etwas gemeldet wird — sonst gar nichts
cron + Shell-Skriptgar keinem Modellkeine

Gefahren wird hier einer: /loop — weil man ihm beim Wachsen zusehen kann.

# alle 10 Minuten, in dieser Sitzung
/loop 10m Prüfe mit df, ob unter 10 GB frei sind.
    Wenn ja: nenne die drei größten Verzeichnisse
    unterhalb von /var und melde eine Warnung.
    Sonst antworte nur mit „ok".

# mitlesen, wie der Kontext volläuft
/context # Füllstand als Raster
/usage # Kosten der Sitzung
Wer nur eine Zahl vergleicht, braucht kein Modell — das kann cron für null Tokens.
Ein Modell lohnt sich erst, wenn jemand die Zahl deuten und entscheiden soll.
checked am 2026-07-27 gegen CLI 2.1.220 (/loop, /context, /usage)

Praxisbeispiel: beobachten statt nachfragen

Ein /loop fragt im Takt nach und zahlt jedes Mal.
Ein Monitor wird gerufen — und kostet nur dann.

  1. Was beobachtet wird — Datei, Kommando oder Endpunkt.
  2. Wann er stören soll. Der Filter ist der eigentliche Entwurf: jede gemeldete Zeile wird zu einer Nachricht in eurem Kontext.
  3. Wie lange — „für die ganze Sitzung" hält ihn dauerhaft; sonst endet er mit dem Skript, spätestens an der Zeitgrenze.

Nachsehen mit /tasks, beenden mit „stopp den Monitor".

Gesagt, nicht getipptStarte einen Monitor auf .claude/scripts/disk-watch.sh und sag mir sofort Bescheid, wenn eine Zeile kommt. Melde freien Platz unter 10 GB und jeden Fehler des Skripts. Halte ihn für die ganze Session.
Solange nichts gemeldet wird, kostet ein Monitor nichts — der Filter ist damit die Kostenbremse.
Aber Vorsicht: Stille ist kein Erfolg. Ein Filter nur auf den guten Fall schweigt auch beim Absturz.
checked am 2026-07-27 gegen das Monitor-Werkzeug der CLI 2.1.220

Modell, Kontext & Kosten

Das Modell wechseln

Pro Aufgabe das passende Modell — schnell & günstig oder gründlich & teurer.

  1. In der Session: /model öffnet den Picker. Beim Start: claude --model <name>.
  2. Die Familien: Opus (gründlich), Sonnet (Balance), Haiku (schnell/günstig), Fable.
  3. Faustregel: mechanische Kleinaufgabe — schnelles Modell; schwierige Analyse/Architektur — gründliches.
  4. Zweite Stellschraube: /effort setzt, wie gründlich das Modell nachdenkt (low bis max) — unabhängig vom Modell.
  5. Aktuelle Generationen & Spezifikationen: Modul 1.
# in der Session
/model # Picker öffnen und wählen

# beim Start
claude --model sonnet
Modellwahl ist eine Kosten-/Qualitäts-Abwägung — nicht immer das größte Modell.
Die Familien & Zahlen im Detail: Modul 1.
checked am 2026-07-25 gegen claude --help + platform.claude.com

Kontext & Token im Blick

Das Kontextfenster ist ein Budget — Auslastung und Kosten immer im Blick behalten.

  1. /context — zeigt als farbiges Raster, was das Fenster gerade füllt. Welche Blöcke das im Einzelnen sind: Modul 3.
  2. /status — Session-Status (Modell, Verzeichnis, Kontext) auf einen Blick.
  3. /usage (alias /cost) — Verbrauch und Kosten der Session.
  4. Die Context-% in der Statusleiste — dauerhaft sichtbar (siehe Statusleisten-Folie).
  5. Läuft es voll: /compact (kürzen) oder /clear (neu) — gegen „Context Rot".
/context # was füllt das Fenster?
/status # Modell, Verzeichnis
/usage # Kosten & Verbrauch

# Statusleiste, dauerhaft:
opus-4.8 · main · 24% context
# voll? -> /compact oder /clear
Ein volles Fenster ist ein Qualitätsproblem, nicht nur ein Kostenproblem (Modul 3) — deshalb früh /compact.
checked am 2026-07-25 gegen code.claude.com/docs/commands

Warum die Session trotzdem bezahlbar bleibt

Claude Code schickt bei jedem Turn die ganze Historie erneut — verarbeitet und verrechnet wird trotzdem nur, was sich seither geändert hat: Prompt-Caching.

  1. Das Modell hat kein Gedächtnis zwischen Anfragen. Jede Anfrage enthält System-Prompt, Projektkontext und den ganzen Verlauf.
  2. Der unveränderte Anfang dieser Anfrage wird aus dem Cache gelesen — deutlich schneller und rund 90 % günstiger als frischer Input.
  3. Deshalb ist ein Modellwechsel mitten in der Arbeit teuer: der ganze Verlauf wird einmal neu verarbeitet. Verloren geht dabei nichts — der Kontext bleibt vollständig, er wird nur nicht mehr aus dem Cache gelesen.
  4. Faustregel: Modell am Anfang wählen, /compact an der Aufgabengrenze — nicht mittendrin.
# jede Anfrage, von oben nach unten
System-Prompt + Tools selten neu
CLAUDE.md + Regeln je Session
Verlauf bisher wächst
--------------------------------
neuer Prompt nur das ist neu
Warum das technisch funktioniert: Grundbegriffe (Prefill & KV-Cache).
Was den Cache im Alltag zerreißt und wie lange er hält: Modul 3.
checked am 2026-07-25 gegen code.claude.com/docs/prompt-caching

Sicherheit

Permission-Modi & Plan Mode

Bevor Claude Code etwas Riskantes tut, fragt es — wie streng, steuert der Permission-Modus.

  1. Modi (--permission-mode): manual, acceptEdits, auto, plan, bypassPermissions, dontAsk.
  2. Plan Mode (/plan): erst denken und planen, kein Code — Freigabe, dann Umsetzung.
  3. Regeln mit /permissions setzen, statt jede Aktion einzeln zu bestätigen.
Plan Mode
lesen, denken, planenkeine Datei wird geschrieben
der Plan, zum Lesen
eure Freigabe
Umsetzungjetzt erst wird geschrieben
orange: die Stelle, an der ihr entscheidet
bypassPermissions / --dangerously-skip-permissions nur in isolierten Sandboxes — nie auf einem Rechner mit euren Credentials (Block 3, Modul 9).
checked am 2026-07-25 gegen claude --help

Permissions in der Config

Die Modi sind das Wie; die konkreten Regeln stehen als allow/deny in der settings.json — pro Werkzeug, mit Mustern.

  1. Regelform Tool(Muster) — z. B. Read(**), Bash(git *), Bash(*DROP DATABASE*).
  2. Sicher arbeiten: Lesen, Schreiben, Bauen/Testen erlauben — das ist reversibel.
  3. Verbieten, was nicht rückholbar ist: Datei-Löschen, Force-Push, DB-Drop, Massen-Löschen, Exfiltration (curl zu Fremd-Diensten).
  4. deny sticht allow — die Denylist schützt selbst im freien Modus.
"permissions": {
  "allow": [ "Read(**)", "Write(**)", "Bash(git *)", "Bash(mvn test*)" ],
  "deny": [
    "Bash(rm -rf /)", # Datei-Löschen
    "Bash(git push --force *)", # Historie
    "Bash(*DROP DATABASE*)", # DB
    "Bash(aws rds delete-db-instance*)",
    "Bash(*pastebin*)" # Exfiltration
  ]
}
Regeln setzt ihr per /permissions oder direkt in der Datei.
Die vollen Permission-Regeln: Modul 8, der Blast Radius: Modul 9.
checked am 2026-07-25 gegen cgsit-finance

Permission-Hook: Regeln in Code

Wo ein Muster nicht reicht, entscheidet ein PreToolUse-Hook in Code — vor dem Tool-Call, mit Blick auf den ganzen Kontext.

  1. Liste vs. Hook: allow/deny matcht Muster; ein PreToolUse-Hook sieht den vollen Tool-Input und entscheidet mit Logik.
  2. Für Kontextabhängiges:docker compose down -v nur gegen Prod blocken", „Edits außerhalb des Scopes verbieten".
  3. exit 2 blockt den Call; die stderr-Meldung wird dem Modell als Begründung gezeigt.
// settings.json
"PreToolUse": [{ "matcher": "Bash",
  "hooks": [{ "type": "command",
    "command": "…/block-prod-compose-down.py" }] }]

# Hook: exit 2 blockt den Call,
# stderr = Begründung fürs Modell
Fail-closed denken: ein durchlassender (fail-open) Permission-Hook ist eine Lücke — harte Grenzen zusätzlich in die deny-Liste.
Voller Bau & Beispiele: Modul 8.
checked am 2026-07-25 gegen cgsit-finance + code.claude.com

Sicherheit: Credentials bleiben beim User

Claude Code läuft als ihr auf eurer Maschine — mit euren Rechten und Zugängen.
Genau deshalb gilt eine klare Trennung.

  1. Credentials liegen im User-Home: SSH-Keys (~/.ssh), Cloud-Tokens (~/.aws), Umgebungsvariablen — nie im Repo, nie eingecheckt.
  2. Der Agent kann darauf zugreifen wie ihr — darum die Denylist gegen gefährliche/exfiltrierende Befehle (Modul 8).
  3. Secrets gehören nicht in Prompts — alles im Kontext fährt bei jedem Schritt mit.
Keine Passwörter, Keys oder Tokens in Prompts, committete Dateien oder CLAUDE.md. Zugänge über Umgebungsvariablen / Secret-Store.
checked am 2026-07-25 gegen cgsit-finance

Nachsehen statt glauben: die Sitzungsmitschrift

Jede Session wird ohne Zutun lokal mitgeschrieben — als Textdatei mit einer JSON-Zeile je Ereignis.

  1. Ein Ordner je Projekt, eine Datei je Session — benannt nach der Session-Kennung.
  2. Je Zeile ein Ereignis: Frage, Antwort, Werkzeug-Aufruf, Werkzeug-Ergebnis.
  3. Je Antwort die Abrechnung: Modell, verbrauchte Tokens, Cache-Anteil, Zeitstempel.
  4. Dieselbe Datei liest --resume wieder ein — sie ist die Session.
# eine Datei je Session, JSON-Zeilen
ls ~/.claude/projects/<projekt>/
  6f8a3936-05ed-41f3-9e2b-f49308f29a91.jsonl

# was hat diese Session gekostet?
jq -r 'select(.type=="assistant")
  | .message.usage.output_tokens' <datei>
Das ist die Mitschrift des Clients, nicht der Netzwerkverkehr: System-Prompt und Werkzeug-Definitionen stehen dort nicht drin.
Wer die wörtliche Anfrage sehen will, braucht einen Proxy.
checked am 2026-07-27 gegen CLI 2.1.220

Projekt & Dateien

Was in die .gitignore gehört

Was persönlich, lokal oder geheim ist, gehört in .gitignore — nicht ins Repo.

  1. Persönliche Claude-Config: .claude/settings.local.json (die Team-settings.json wird dagegen eingecheckt).
  2. Secrets & Credentials: .env, *.pem, Token-Dateien.
  3. Lokale/Build-Artefakte: target/, node_modules/, Logs.
# .gitignore
.claude/settings.local.json
.env
*.pem
target/
node_modules/
Faustregel: Prozess einchecken, Zustand/Geheimnis nicht. Team-Config ja, persönliche Config und Secrets nein.
Vertiefung: Modul 7/10.

Die Claude-Dateistruktur im Projekt

Zwei Orte, an denen Claude Code im Projekt nachschaut — hier gelistet, vertieft in Modul 2 und 7.

  1. CLAUDE.md — Dauerwissen, fährt bei jedem Aufruf mit (Modul 7).
  2. .mcp.json — MCP-Server des Projekts (Modul 8b).
  3. .claude/ — die Konfiguration: Team- und persönliche Settings + die Primitive.
projekt/
  CLAUDE.md # Dauerwissen
  .mcp.json # MCP-Server
  .claude/
    settings.json # Team (eingecheckt)
    settings.local.json # persönlich
    rules/ skills/ commands/ agents/
checked am 2026-07-25 gegen cgsit-finance

Die .claude-Unterordner sind Konvention

Die Unterordner sind Konvention, kein Zwang: Claude Code lädt, was da ist — nicht alles muss existieren.

rules/

Wissen, das per Datei-Muster nur bei Bedarf lädt

skills/

abrufbare Verfahren (je SKILL.md)

commands/

mit Skills verschmolzen — erzeugen /name

agents/

Subagenten-Definitionen

hooks / scripts

deterministische Automatik, referenziert aus settings.json

settings(.local).json

Team- bzw. persönliche Konfiguration

Was jeder Ordner tut, ist Modul 2 (Baukasten) und Modul 8.
Hier zählt: die Struktur ist offen — ihr legt an, was ihr braucht.
checked am 2026-07-25 gegen cgsit-finance + docs

Glossar Glossar

Claude Code Agentischer Coding-Assistent im Terminal, der ein Projekt liest, Dateien schreibt, Befehle ausführt und Werkzeuge/Subagenten aufruft.
Slash-Command In der Session mit / eingegebener Meta-Befehl, der die Session steuert (z. B. /clear, /compact, /model).
Permission-Modus Legt fest, wie streng Claude Code vor Aktionen nachfragt (u. a. manual, acceptEdits, plan, bypassPermissions).
Plan Mode Modus, in dem Claude Code erst plant statt Code zu schreiben (/plan); erst nach Freigabe folgt die Umsetzung.
Statusleiste (Status Line) Konfigurierbare Zeile unten (statusLine in den Settings), die per Skript Modell, Verzeichnis, Git-Branch, Context-Auslastung u. a. zeigt.
Prompt-Caching Wiederverwendung des bereits verarbeiteten Anfangs einer Anfrage: der unveränderte Teil wird aus dem Cache gelesen statt neu berechnet — schneller und rund 90 % günstiger als frischer Input.

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cgsit-claude-training · Kapitel 0.1 · Claude Code — die Tour · v0.11.5