Tag 3 · ca. 70 Minuten
Der Teilnehmer kann Skills, Commands und Rules im Team versionieren, per Pull Request weiterentwickeln und über mehrere Teams konsolidieren.
Skills, Commands, Rules und Workflow-Definitionen als Team-Asset
Nach ein paar Wochen hat jede:r eigene Skills, eigene Commands, eigene Regeln gebaut.
Liegen sie lokal, hat jede:r einen anderen Agenten — Ergebnisse sind nicht vergleichbar, Verbesserungen nicht teilbar, und wer geht, nimmt sein Setup mit.
| Artefakt | Ebene | Warum |
|---|---|---|
CLAUDE.md · .claude/rules/ | Repo, versioniert | Projektwissen und Konventionen sind Team-Entscheidungen |
.claude/skills/ · commands/ | Repo, versioniert | wiederholbare Abläufe und ihre Einstiegspunkte |
.claude/agents/ | Repo, versioniert | Review-Standards des Teams |
| Permissions — Team-Teil | Repo, versioniert | Verbote sind nicht verhandelbar (Modul 9) |
| Permissions — persönlicher Teil | lokal, .gitignore | individuelle Bequemlichkeit |
| Zugänge, Tokens, Keys | nie im Repo | Secrets bleiben Secrets |
In einem gepflegten Repo liegt die gesamte Agenten-Konfiguration versioniert — und ihre Commit-Historie ist die Begründungskette des Teams.
Modul 7 hatte die technischen Fallstricke: zu lang, zu vage, veraltet.
Die sozialen sind hartnäckiger, weil sie niemandem zuzurechnen sind.
Jeder schreibt rein, keiner löscht. Sie wächst monoton — nach einem Jahr liest sie niemand zu Ende. Der Agent auch nicht wirklich.
Regeln, die nie jemand entschieden hat. Ein Satz, den jemand nachts eingetragen hat, gilt seitdem als Standard. Gefragt wurde niemand.
Jede Regel braucht einen Auslöser — kein „wäre gut", sondern ein konkreter Fall, erklärt im Commit.
Löschen ist ein legitimer Pull Request. Regeln, die niemand lebt, gehören raus — gelöscht, nicht weichgespült.
Entscheidungen woanders treffen. Grundsatzfragen klärt das Team; in die Datei kommt das Ergebnis.
Plugins, Bibliotheken, Scaffold — und die Konsolidierung
Ein Repo teilt seine Konfiguration mit sich selbst.
Sobald dieselbe Arbeitsweise in mehreren Repos gebraucht wird, ist Copy-Paste die falsche Antwort.
Zwölf Dateien in acht Repos. Nach drei Monaten acht Varianten.
Eine Verbesserung müsste achtmal nachgezogen werden — wird sie nicht.
Ein Plugin fasst zusammengehörige Skills, Commands, Agents und Hooks zu einer installierbaren Einheit mit einer Version.
Dasselbe gilt für die Formulierungen selbst: bewährte Prompts und Vorlagen (RFC, Review, Handoff) als Datei im Repo, nicht als Screenshot im Chat.
cgsit-claude-scaffold ist ein Startpaket für neue Projekte: Ablagestruktur, Basis-Rules, Standard-Skills, Doku-Vorlagen — fertig, aber leer.
.claude/, docs/, tasks/ und CLAUDE.md ins neue Projekt.Über mehrere Teams: der harte Kern zentral, der Rest föderal.
Was Teams langfristig verlieren können
Schleichender Qualitätsverfall, wenn ungeprüfter Agenten-Output ins Repo sickert.
Kein einzelner Fehler — eine Drift, die niemand datieren kann.
Plausibler, redundanter Code — funktioniert, ist aber die vierte Variante derselben Sache an einer neuen Stelle.
Tests, die nichts prüfen — grün, hohe Abdeckung, keine Aussage: Assertions gegen das eigene Ergebnis.
Doku ohne Autor und ohne Leser.
Schönheit ist kein Signal. Bei generiertem Code sagt ein sauber aussehender Diff nichts über seine Richtigkeit.
„Gibt es das schon?" — die wirksamste Frage, und zwar vor der Implementierung, nicht im Review.
Gates statt Vorsätze (Modul 9). Was nicht automatisch prüft, prüft auf Dauer niemand.
Kompetenzverlust durch Delegation. Wer nur noch abnimmt, versteht das System irgendwann nicht mehr — und merkt es zuletzt.
Ein Werkzeug, das den Autor schneller macht, verschiebt Aufwand — es beseitigt ihn nicht.
2000 Zeilen, generiert in 20 Minuten. Fühlt sich nach einem außergewöhnlich produktiven Vormittag an.
2000 Zeilen fremde Logik, zwei Stunden konzentriertes Lesen — aus einem anderen Kontext heraus, mit eigener Arbeit auf dem Tisch.
Nehmt eine Workflow-Definition, die ihr in den letzten beiden Tagen gebaut habt
— einen Skill, einen Command oder eine Rule — und bringt sie als
Pull Request in das Repo seminar-api ein.
Pflichtbestandteile: Beschreibung vom Menschen (warum diese Regel, welcher konkrete Auslöser), kleiner Diff, ein Thema. Anschließend reviewt ihr paarweise gegenseitig — mit Kommentaren, nicht mit „passt".
Dauer ca. 25 Minuten · Paararbeit · danach Auflösung und Diskussion im Plenum
Der Lerneffekt steckt im Review, nicht im Pull Request.
Zwei Dinge werden dabei erfahrbar, und beide sind unbequem.
Wer beim Lesen zurückfragen muss, hat einen Auslöser-Text vor sich, der den Vorfall nicht trägt — nicht einen begriffsstutzigen Reviewer.
Genau das ist Respectful Pull Requests am eigenen Leib — eine Folie vorher war es noch eine Behauptung.
Moderierte Runde — ihr kommt aus verschiedenen Unternehmen, das ist der wertvollste Teil:
CLAUDE.md kommt und was raus?Zehn Module, zehn Lernziele
| Modul | Das könnt ihr jetzt |
|---|---|
| 1 Grundlagen | Verstehen, warum Modelle zustandslos und nicht-deterministisch sind — und die typischen Einstiegsfehler daraus ableiten. |
| 2 Baukasten | Jedes Primitiv benennen und das richtige Werkzeug für den Zweck wählen. |
| 3 Prompting & Context | Prompts strukturieren, Context kuratieren, Qualitätsverfall bei vollem Fenster erkennen. |
| 4 Praktische Arbeit | Den täglichen Zyklus beherrschen — Review-Loops, Approvals, Session-Management. |
| 5 Agentic SDLC | Den Phasen-Workflow von Analyse bis Deploy mit Gates und Artefakten durchführen. |
| 6 Workflow-Frameworks | QRSPI, BMAD und OpenSpec nach Philosophie einordnen und begründet wählen. |
| 7 Codebase | Eine Codebase agent-ready machen — navigierbar, verifizierbar, mit Handoff-Artefakten. |
| 8 Skills & Infrastruktur | Skills, Rules, Commands und Hooks pro Phase bauen; Git-Handling autonom gestalten. |
| 9 Testing & Security | Tests und Security-Checks als Gates einbauen, agentische Review-Loops aufsetzen. |
| 10 Team-Workflows | Konfiguration versionieren, per Pull Request weiterentwickeln, über Teams konsolidieren. |
Context ist ein Budget. Permissions sind eine Vertrauensgrenze. Wissen gehört ins Repo. Gates schlagen Vorsätze. Verifizierbare Ergebnisse statt reproduzierbarer Wege.
Flags, Settings-Schlüssel, Hook-Ereignisse, Modell-Kennungen, Slash-Commands, Plugin-Mechanik, Preise. Alles, was in diesem Kurs in einem gestempelten Kasten stand.
Bevor ihr geht — vier Fragen:
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cgsit-claude-training · Modul 10 · v0.11.5