Tag 3 · ca. 60 Minuten · Abschlussmodul
Drei Verben, eine Grundthese: Agenten-Konfiguration ist Code — und wird behandelt wie Code.
Skills, Commands, Rules & Workflow-Definitionen versioniert
Ein Paket statt zwölf Copy-Paste-Dateien
Wiederverwendbar statt jedes Mal neu formuliert
Jede Lehre landet im Repo, nicht im Kopf
Was vereinheitlichen, was bewusst lokal lassen
Ein fertiges Startpaket als Beispiel
Die sozialen, nicht die technischen
Qualitätsverfall durch ungeprüften AI-Output
Kompetenzverlust durch Delegation
Tempo beim Autor, Kosten beim Reviewer
Nach ein paar Wochen hat jede:r im Team eigene Skills, eigene Commands, eigene Regeln gebaut. Die Frage ist nur: wo liegen sie?
Jede:r hat einen anderen Agenten. Ergebnisse sind nicht vergleichbar, Verbesserungen nicht teilbar.
Wer geht, nimmt sein Setup mit. Wer neu kommt, fängt bei null an.
Kein Review, keine Historie, kein „warum steht das da".
Alle arbeiten mit derselben Konfiguration — automatisch,
beim git pull.
Änderungen laufen durch Review wie jede andere Änderung.
Die Historie erklärt die Regeln: git log statt Flurfunk.
| Artefakt | Ebene | Warum |
|---|---|---|
CLAUDE.md | Repo, versioniert | Projektwissen — für alle gleich |
.claude/rules/ | Repo, versioniert | Konventionen sind Team-Entscheidungen |
.claude/skills/ | Repo, versioniert | Wiederholbare Abläufe des Projekts |
.claude/commands/ | Repo, versioniert | Einstiegspunkte in die Abläufe |
.claude/agents/ | Repo, versioniert | Review-Standards des Teams |
| Permissions (Team-Teil) | Repo, versioniert | Verbote sind nicht verhandelbar (Modul 9) |
| Permissions (persönlicher Teil) | lokal, .gitignore | individuelle Bequemlichkeit |
| Zugänge, Tokens, Keys | nie im Repo | Secrets bleiben Secrets |
| Persönliche Notizen, Scratch | lokal | interessiert das Team nicht |
Das Projekt cgsit-finance trägt seine gesamte
Agenten-Konfiguration im Repository:
.claude/
rules/ java-conventions.md angular-conventions.md api-rules.md
testing-rules.md database-rules.md migration-safety.md
quarkus-backend.md money-fx.md ui-theming.md
skills/ build/ test/ commit/ ship/ deploy/ tag/ rfcs/
test-generator/ architecture-reviewer/ ux-reviewer/
doc-initializer/
agents/ code-reviewer.md researcher.md test-engineer.md
commands/ create-rfc.md plan-feature.md init-docs.md review.md
settings.json
main.In einem gepflegten Repo erzählt die Historie der Konfiguration, warum das Team so arbeitet, wie es arbeitet:
docs(rules): Overlay-Audit-Grep auf z-index+absolute erweitern (RFC-236-Lehre)
docs(skills): gh run list needs --workflow CI (avoid watching wrong run)
tooling(rfc-gate): add PostToolUse evidence-gate hook for RFC status flips
docs: zwei Lehren aus RFC-241 festschreiben (record-Ctor + stille Defaults)
Ein Repo teilt seine Konfiguration mit sich selbst. Sobald dieselbe Arbeitsweise in mehreren Repos gebraucht wird, ist Copy-Paste die falsche Antwort.
Zwölf Dateien in acht Repos. Nach drei Monaten acht Varianten.
Eine Verbesserung muss achtmal nachgezogen werden — wird sie nicht.
Ein Plugin fasst zusammengehörige Skills, Commands, Agents und Hooks zu einem installierbaren Paket.
Eine Quelle, eine Version, ein Update-Weg.
cgsit-finance sind aktuell keine Plugins im
Einsatz — das Repo teilt über .claude/ und das Scaffold.
— geprüft am 2026-07-21
Der zweite wiederverwendbare Rohstoff sind die Formulierungen selbst: Prompts, die sich bewährt haben, und Abläufe, die reproduzierbar zum Ziel führen.
Bewährte Prompts als Datei im Repo — nicht als Screenshot im Chat.
Der Phasen-Ablauf aus Modul 5 als Skill, nicht als Wiki-Seite.
RFC-, Review- und Handoff-Vorlagen mit fixer Struktur.
Ein Ort, klare Namen. Was niemand findet, benutzt niemand.
cgsit-claude-scaffold als BeispielEin Startpaket für neue Projekte: die Ablagestruktur, die Basis-Rules, die Standard-Skills und die Doku-Templates — fertig, aber leer.
cgsit-claude-scaffold/
CLAUDE.md schlank: Konventionen + Verweise auf docs/
.claude/
rules/ java-conventions, api-rules, testing-rules, database-rules
agents/ code-reviewer, researcher, test-engineer
skills/ rfcs, commit, tag, test-generator, architecture-reviewer,
doc-initializer
commands/ create-rfc, plan-feature, init-docs, review
settings.json Permissions / Allowlists
docs/ product_overview, architecture, tech_stack, testing,
development_guide, rfcs/TEMPLATE.md
tasks/lessons.md Korrekturen aus vorherigen Sessions
.claude/, docs/, tasks/ und CLAUDE.md ins neue Projekt kopieren./init-docs hinterlegt.Was vereinheitlichen — was bewusst lokal lassen
Sicherheit & Compliance: Verbote, Secrets-Handhabung, was nie automatisch laufen darf (Modul 9).
Struktur: wo Rules, Skills und Doku liegen — damit man sich in fremden Repos zurechtfindet.
Qualitäts-Gates: Review-Pflicht, grüne CI vor Merge.
Stack-Konventionen: Java-Regeln helfen dem Frontend-Team nicht.
Domänenwissen: gehört zum Produkt, nicht zur Organisation.
Arbeitsstil im Team: Branch-Namen, Commit-Format, Ticket-Anbindung.
Modul 7 hatte die technischen Fallstricke — zu lang, zu vage, veraltet. Hier kommen die sozialen:
Die Datei wächst monoton. Nach einem Jahr liest sie niemand mehr zu Ende — der Agent auch nicht wirklich.
Ein Satz, den einer nachts eingetragen hat, gilt seitdem als Standard. Gefragt wurde niemand.
Steht drin, macht keiner. Der Agent hält sich daran — und produziert Code, der zum Rest nicht passt.
Der Streit über Architekturstil wird im PR auf die Datei ausgelagert, statt einmal entschieden zu werden.
Repo sagt A, Team-Grundlinie sagt B. Der Agent folgt einem von beiden — und niemand weiß vorher, welchem.
Es steht drin, wie gearbeitet werden sollte, nicht wie gearbeitet wird. Der Agent glaubt es.
CLAUDE.md, die alles enthält, steuert nichts.
Weglassen ist die eigentliche Arbeit.
Schleichender Qualitätsverfall, wenn AI-Output ungeprüft ins Repo sickert. Kein einzelner Fehler — eine Drift.
Funktioniert, ist aber die vierte Variante derselben Sache an einer neuen Stelle.
Grün, hohe Abdeckung, keine Aussage. Assertions gegen das eigene Ergebnis.
Niemand hat sie geschrieben, niemand liest sie — aber alle vertrauen ihr.
Fünf Stile im selben Modul, weil jeder Lauf plausibel anders entschieden hat.
Kompetenzverlust durch Delegation. Wer nur noch abnimmt, versteht das System irgendwann nicht mehr.
Nicht aus Nostalgie: Verständnis entsteht beim Tun. Kandidaten sind die Kernbereiche, für die man geradesteht.
Ein gelesener Diff ist Lernen. Ein durchgewinkter Diff ist Zinszahlung auf Schulden.
Wer nie selbst gesucht hat, kann später nicht beurteilen. Onboarding ist Menschenarbeit.
Wer den eigenen PR nicht erklären kann, hat ihn nicht verstanden — unabhängig davon, ob er funktioniert.
Ein Werkzeug, das den Autor schneller macht, verschiebt Aufwand — es beseitigt ihn nicht.
2000 Zeilen, generiert in 20 Minuten. Fühlt sich nach einem außergewöhnlich produktiven Vormittag an.
2000 Zeilen fremde Logik, zwei Stunden konzentriertes Lesen — aus einem anderen Kontext heraus, mit eigener Arbeit auf dem Tisch.
Nehmt eine Workflow-Definition, die ihr in den letzten beiden Tagen gebaut
habt — einen Skill, einen Command oder eine Rule — und bringt sie
als Pull Request in das Repo seminar-api ein.
Pflichtbestandteile: Beschreibung vom Menschen (warum diese Regel, welcher konkrete Auslöser), kleiner Diff, ein Thema. Anschließend reviewt ihr paarweise gegenseitig — mit Kommentaren, nicht nur mit Daumen hoch.
Dauer ca. 25 Minuten · Partnerarbeit
Moderierte Runde. Ihr kommt aus unterschiedlichen Unternehmen — das ist der wertvollste Teil dieses Moduls.
Wer arbeitet schon agentisch — einzelne, ein Team, die ganze Abteilung?
Liegt eure Konfiguration im Repo oder auf Laptops? Was hindert den Umzug?
Wer entscheidet bei euch, was in die CLAUDE.md kommt — und was raus?
Habt ihr Anzeichen gesehen? Woran habt ihr es gemerkt?
Wo würdet ihr bewusst nicht delegieren? Wie haltet ihr es mit Junioren?
Ist eure Review-Kapazität schon der Engpass? Was habt ihr dagegen versucht?
| Modul | Das könnt ihr jetzt |
|---|---|
| 1 Grundlagen LLM & Agents | Verstehen, warum LLMs stateless und nicht-deterministisch sind, in einer Agent-Schleife arbeiten — und daraus die typischen Einstiegsfehler ableiten. |
| 2 Claude-Code-Baukasten | Jedes Primitiv benennen, sein Einsatzgebiet erklären und das richtige Werkzeug für den Zweck wählen. |
| 3 Prompting & Context | Prompts strukturieren, Context bewusst kuratieren, Qualitätsverfall bei vollem Fenster erkennen und vermeiden. |
| 4 Praktische Arbeit | Den täglichen iterativen Zyklus beherrschen — Review-Loops, Approvals, Session-Management. |
| 5 Agentic SDLC | Den Phasen-Workflow von Analyse bis Deploy mit Gates und Artefakten aufsetzen und durchführen. |
| Modul | Das könnt ihr jetzt |
|---|---|
| 6 Workflow-Frameworks | QRSPI, BMAD und OpenSpec nach Philosophie einordnen und begründet eines für einen Projekttyp wählen. |
| 7 Codebase & Organisation | Eine Codebase agent-ready machen — navigierbar, verifizierbar, mit sauberen Handoff-Artefakten. |
| 8 Skills, Tools & Infrastruktur | Skills, Rules, Commands und Hooks pro Workflow-Phase bauen und das Git-Handling weitgehend autonom gestalten. |
| 9 Testing & AI Security | Tests und Security-Checks als Gates in Workflow und CI einbauen, agentische Review-Loops aufsetzen. |
| 10 Team-Workflows | Skills, Commands und Rules im Team versionieren, per PR weiterentwickeln und über mehrere Teams konsolidieren. |
Context ist ein Budget. Permissions sind eine Vertrauensgrenze. Wissen gehört ins Repo. Gates schlagen Vorsätze.
Verifizierbare Ergebnisse statt reproduzierbarer Wege.
Flags, Settings-Schlüssel, Hook-Ereignisse, Modell-IDs, Slash-Commands, Plugin-Mechanik, Preise.
Alles, was in diesem Kurs in einem gestempelten Kasten stand.
docs.claude.com, das CHANGELOG der CLI,
claude --help und /help in der Session.
Vor jeder Weitergabe an Kolleg:innen gegenprüfen — nicht aus der
Erinnerung zitieren. — geprüft am 2026-07-21
Drei Tage, zehn Module, ein Beispielprojekt. Bevor ihr geht:
Was nehmt ihr Montag konkret mit in euer Projekt?
Wo würdet ihr euch mehr Zeit oder ein anderes Beispiel wünschen?
Welche Frage aus eurem Alltag ist offen geblieben?
Zu schnell, zu langsam — und an welcher Stelle?
Alle Rechte vorbehalten
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cgsit-claude-training · Modul 10 · v0.1.0